PFAS im Trinkwasser: Maßnahmen zeigen Wirkung

Jacek Dylak (Unsplash)

Eine aktuelle Auswertung des Umweltverbands BUND hat für Aufsehen gesorgt: Der Umweltverband veröffentlichte in dieser Woche die Ergebnisse von Messungen aus dem Juli 2025, die in Zeuthen deutlich erhöhte PFAS-Konzentrationen zeigten – 138,4 ng/l (PFAS-20) und 127,1 ng/l (PFAS-4). Beide Werte lagen damit deutlich über den ab 2026 bzw. 2028 geltenden Grenzwerten der Trinkwasserverordnung. 

Inzwischen zeichnet sich eine deutliche Entspannung ab. Wie der Märkische Abwasser- und Wasserzweckverband (MAWV) mitteilt, geben die jüngsten Analysen Entwarnung: Seit der Inbetriebnahme der neuen Re-Infiltrationsanlage in Berlin-Schmöckwitz im August 2025 sind die PFAS-Werte im Wasserwerk Eichwalde deutlich gesunken. Der PFAS-20-Wert liegt aktuell bei nur 14,3 ng/l, die PFAS-4-Konzentration deutlich unter 20 ng/l – also klar unterhalb der künftigen Grenzwerte.
Für die GRÜNE Bundestagsabgeordnete Dr. Andrea Lübcke aus Eichwalde zeigt das Ergebnis, dass konsequente Umweltpolitik und technische Innovation zusammenwirken können. 

„Die Menschen in Eichwalde, Zeuthen und Schönefeld können aufatmen – die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass das Wasser unbedenklich ist.“ – Dr. Andrea Lübcke, MdB

ideengruen.de | Markus Pichlmaier

„Das ist ein echter Erfolg für den Schutz unseres Trinkwassers“, zeigte sich Lübcke erleichtert: „Die Menschen in Eichwalde, Zeuthen und Schönefeld können aufatmen – die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass das Wasser unbedenklich ist. Die Re-Infiltrationsanlage funktioniert und zeigt, dass innovative Umwelttechnik und konsequentes Monitoring spürbare Wirkung entfalten. Die gezielte Rückführung des belasteten Wassers in bereits betroffene Bodenschichten ist ein gutes Stück Ingenieurskunst – technisch klug und ökologisch sinnvoll“, so die Diplom-Physikerin. 

Die neue Re-Infiltrationsanlage fördert PFAS-belastetes Grundwasser gezielt aus sogenannten Quarantänebrunnen und leitet es über ein Düsensauginfiltrationsverfahren kontrolliert in den Boden zurück. So bleibt die „PFAS-Fahne“ messbar und vom übrigen Trinkwasser getrennt. Das Trinkwasser aus dem Wasserwerk Eichwalde erfüllt laut MAWV alle geltenden und ab Januar 2026 kommenden Grenzwerte der Trinkwasserverordnung und kann uneingeschränkt genutzt werden.

Anlagen am Wasserwerk Eichwalde

Die hohe PFAS-Belastung in der Region geht hauptsächlich auf den Einsatz von PFAS-haltigem Löschschaum bei Bränden auf dem Gelände des ehemaligen Reifenwerks in Berlin-Schmöckwitz zurück. Dabei wurden Chemikalien freigesetzt und gelangten über den Boden ins Grundwasser. Die Region bezieht sein Wasser aus dem Eichwalder Wasserwerk, das an der Stadtgrenze zu Berlin liegt. Da PFAS sehr langlebig und kaum abbaubar sind, wirken die Einträge von damals bis heute nach und belasten weiterhin das Grundwasser.

„Das Land Berlin steht als Eigentümerin des ehemaligen Reifenwerks Schmöckwitz nun in der Verantwortung, die angekündigte Aufreinigungs- und Filteranlage zügig umzusetzen, damit das Problem dauerhaft gelöst wird und keine weitere Belastung des Grundwassers erfolgt“, sagt Lübcke.

Ab 12. Januar 2026 gilt für die Summe von 20 PFAS-Verbindungen (PFAS-20) ein Grenzwert von 100 ng/l, für die PFAS-4 ein Grenzwert von 20 ng/l. 

Im Juli 2025 führte der GRÜNE RV ZEWS eine Informationsveranstaltung zu der PFAS-Belastung in unserem Trinkwasser durch.

Dieser Artikel erschien auf der Webseite von Dr. Andrea Lübcke, MdB: www.andrea-luebcke.de