Der Regionalverkehr (RE7, RB22) fährt aktuell durch Zeuthen, Eichwalde und Wildau – ohne Halt. Für Reisende Richtung Senftenberg/Lübbenau, BER oder Potsdam bedeutet das Umwege über Königs Wusterhausen oder Berlin und längere Fahrtzeiten. Häufige Verspätungen machen die Nutzung zusätzlich unattraktiv.
Deshalb haben unsere GRÜNEN Gemeindevertreter:innen in Zeuthen – abgestimmt mit den Vertreter:innen aus Wildau, Schulzendorf und Eichwalde – einen Antrag eingebracht: Der Zeuthener Bürgermeister soll sich für einen zusätzlichen Halt von RE7 und RB22 einsetzen. Der RE2 wurde bewusst ausgenommen, um den Express nicht zu bremsen; der RE7 hält ohnehin bereits in vielen kleineren Orten. Geplant ist die Umsetzung im Zuge einer neuen Bahnquerung in Zeuthen, sodass Bauzeiten minimiert werden. Auch wenn ein zusätzlicher Bahnsteig erst später realisiert werden kann, ist es sinnvoll, die Lösung jetzt mitzuplanen, um spätere Nachrüstungen zu vermeiden.
Zeuthen, Eichwalde, Wildau und Schulzendorf bilden ein zusammenhängendes Siedlungsgebiet (ZEWS) mit über 38.000 Menschen; Prognosen sprechen von bis zu 45.000 in den nächsten 15 Jahren. Vor diesem Hintergrund ist ein vorausschauender Ausbau der Verkehrsinfrastruktur unerlässlich. Die S‑Bahn verbindet vor allem Berlin und Königs Wusterhausen – eine direkte regionale Anbindung an Ziele wie BER, Potsdam, Lübben oder Cottbus fehlt jedoch bislang.

Zeuthen liegt als bevölkerungsstärkste Gemeinde und geografisches Zentrum von ZEWS verkehrlich günstig und ist mit DESY zudem ein wichtiger Wirtschaftsstandort. Ein RE‑Haltepunkt hier würde die gesamte Region stärken: In Kombination mit der S‑Bahn entstünde ein flexibles, komfortables und effizientes Nahverkehrsnetz, das Pendler:innen und Fahrgäste aus ländlichen Bereichen besser bedient, den Autoverkehr reduziert und die Erreichbarkeit für Bewohner:innen und Unternehmen erhöht.
Ein zusätzlicher Halt von RE7 und RB22 würde besonders Berufspendler:innen, Auszubildenden und Schüler:innen deutlich Zeit sparen und verlässlichere Alternativen bei S‑Bahn‑Ausfällen schaffen. Die Attraktivität der Region – insbesondere für junge Berufstätige – würde steigen, die Straßen entlasten und langfristig die nötigen Verkehrskapazitäten sichern. Technisch wäre die Umsetzung vergleichsweise unaufwändig, weil Gleise und Anbindung bereits bestehen.
Wie realistisch das Vorhaben ist, hängt auch von der Unterstützung in der Bevölkerung ab. Das Thema wurde am 2. Juni 2026 erstmals öffentlich im Ortsentwicklungsausschuss Zeuthen diskutiert; SPD und Linke unterstützen den Vorstoß. Zukunftsthemen erfordern Weitblick und Veränderungsbereitschaft und stoßen nicht immer sofort auf Zustimmung. Für uns ist jedoch klar: Nur wer einen Halt fordert, schafft die Chance, dass er kommt. – NG