Ende der interkommunalen Grundschule erneut abgewendet

Dohle+Lohse Architekten | Entwurf der IKGS Schönefeld Schulzendorf

Die interkommunale Grundschule Schönefeld-Schulzendorf ist noch jung. Es gibt bislang nur zwei erste Klassen, die zurzeit in zwei Räumen der Mehrzweckhalle Schulzendorf unterrichtet werden. Trotzdem ist die Schule wiederholt in der Gemeindevertretung infrage gestellt worden, aktuell wollte die Fraktion „Gemeinsam für Schulzendorf“ den Bürgermeister beauftragen, diese in Brandenburg einzigartige Zusammenarbeit zu beenden. Sie scheiterte mit dieser Beschlussvorlage.

„Wir wissen, dass unsere Gemeinde weiter wachsen und damit auch weiter Schulplätze brauchen wird“, sagte Gunnar Christiansen, Sachkundiger Einwohner im Ausschuss für Soziales, Bildung, Kultur und Sport der Schulzendorfer Gemeindevertretung. „Wir wissen auch, dass die Gemeinde selbst keine eigene Schule wird errichten können und dass die Malven-Grundschule nicht weiter ausgebaut werden kann. Die Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Schönefeld kommt hier wie gerufen“, so Christiansen weiter.

Besucher*innen der Sitzung der Gemeindevertretung

Selten war eine Sitzung der Gemeindevertretung besser besucht als an diesem Tag: Viele Schulzendorfer*innen kamen zu der Sitzung der Gemeindevertretung Schulzendorf am 14. April 2026 und machten in der Einwohner*innenfragestunde deutlich, dass es sich bei der Schule nicht um ein abstraktes Projekt handelt, sondern ein mit Leben gefüllter, täglich besuchter Lernort, ein fester Bezugspunkt für viele Schulzendorfer Familien.

Die Bereitstellung von Grundschulplätzen gehört zu den Pflichtaufgaben der Gemeinden, und gemeinsam mit Schönefeld wird Schulzendorf diese Aufgabe erfüllen. Was Kritiker*innen hier zu vergessen scheinen: Bildung kostet, hat aber auch einen Wert. Jede Investition in die Bildung ist eine in die Zukunft unserer Kinder. Kritische Stimmen monieren, dass der Vertrag zum Schulneubau an der Miersdorfer Straße zum Nachteil unserer Gemeinde sei. Der Vertrag ist jedoch anwaltlich geprüft worden. Ergebnis: Diese Vermutung kann nicht bestätigt werden.

Auch die Belastung mit (Ultra-) Feinstaub wird als Argument gegen die interkommunale Grundschule bemüht. Tatsache ist, dass es in unserer gesamten Region Feintaub gibt. Darauf weisen mehrere Messstationen im Umkreis des Flughafen hin, wobei jedoch weder klar ist, dass der Flughafen die einzige Quelle dieser Belastung ist, noch, dass diese Belastung an der Miersdorfer Straße höher sei als woanders in Schulzendorf.

Schulplätze (Symbolbild)

Weiterer Kritikpunkt: Es sei nicht absehbar, ob tatsächlich so viele Schulplätze benötigt werden. Schulzendorf wächst, Schönefeld auch. Die Lage südöstlich von Berlin wird weiterhin für Familien attraktiv sein. Sollte es wider Erwarten zu einem Rückgang der Schüler*innenzahlen kommen sollte, heißt das nicht, dass die neue Grundschule nicht benötigt würde. Vielmehr würden die Schulen nicht mehr bis an die Kapazitätsgrenzen Schüler*innen aufnehmen müssen, sondern können Differenzierungs- und Fachräume wiederbelebt werden, was gut für die Qualität des Unterrichts sein würde.

Nach langer Diskussion, in der die bekannten Argumente zum wiederholten Male ausgetauscht wurden, stimmten GRÜNE, Linke, SPD, CDU und FDP gegen die GfS-Vorlage, die nur vom GfS, der AfD und dem Bürgerbündnis unterstützt wurde. „Damit ist ja nun zu erkennen, wem gute Bildung weniger wichtig zu sein scheint“, so Gunnar Christiansen, der auch Co-Sprecher des GRÜNEN Regionalverbandes ZEWS ist.

Bis der Schulbau zum Schuljahr 2028/29 an der Miersdorfer Straße fertig wird, wird eine Interimslösung in Waltersdorf genutzt werden. Wir hoffen, dass die Schule bis dahin nicht mehr immer wieder infrage gestellt wird. – Damit die Schule weiter wachsen und die Schüler*innen gemeinsam lernen können. – GC